TSV Friedberg – HBW Balingen-Weilstetten II

Verfasst am Montag, 03. Februar 2014 von Thorsten Franzisi

Nach einer schwachen ersten Hälfte holten die Herzogstädter bis Mitte der zweiten Halbzeit den Rückstand auf, konnten dann aber ihr hohes Niveau nicht halten und verloren knapp.

Vor dem Spiel war die Autogrammstunde von vier Augsburger Panthern ein großer Erfolg. Die Eishockey – Stars Steffen Tölzer, Michi Bakos, Leo Conti und Duanne Moeser nahmen in der Halbzeitpause auch an einem Siebenmeter – Wettbewerb teil. Sie und Friedbergs Keeper Benjamin von Petersdorff zeigten sich großzügig: Alle teilnehmenden Zuschauer gewannen und bekamen damit jeweils zwei Tickets für das Heimspiel der Panther gegen die Hamburg Freezers.

Auf dem Parkett startete der TSV schwach. Balingen, das eine junge, hoch talentierte Mannschaft besitzt, und mit Christoph Foth auch einen Spieler aus dem Bundesligakader dabei hatte, ging früh in Führung. Bei den Hausherren funktionierte die Abwehrarbeit überhaupt nicht. Balingen gelang es, mit denselben Auslösehandlungen mehrmals nacheinander zum Erfolg zu kommen. Besonders die Kreisanspiele bekamen die Herzogstädter überhaupt nicht in den Griff.

Nach dem 3:3 vergaben sie die Chance, per Tempogegenstoß in Führung zu gehen. Jetzt übernahm Balingen endgültig das Kommando. Zwar kam der TSV durch Gewaltwürfe aus dem Rückraum noch einmal auf 5:6 heran, doch Andreas Dittiger allein konnte es auch nicht richten. Nach diesen ersten zehn Minuten zogen die Gäste mühelos auf 5:10 davon und zwangen Trainer Harald Rosenberger so, früh die erste Auszeit zu nehmen.

Aber es sollte nicht besser werden. Benjamin von Petersdorff tat, was er konnte, aber seine gelegentlichen Paraden halfen angesichts einer unsicheren Abwehr nicht. Die Friedberger ließen immer wieder Gegenspieler frei zum Kreis ziehen, auch die Anspiele an den Kreisläufer, der jedesmal sicher traf, bekamen die Gastgeber einfach nicht in den Griff. Somit wuchs der Rückstand immer weiter an.

Beim Stand von 8:16 in der 20. Minute nahm Rosenberger die nächste Auszeit. Jetzt stellte er Patrick Bieber in den Kasten, der mit einigen gehaltenen Bällen die Hoffnung etwas am Leben hielt. Balingen kam aber weiterhin viel zu leicht zu seinen Toren: Der HBW spielte einen schnellen Ball und hatte ein gutes Auge für freie Mitspieler, außerdem profitierte er oft von den unvorbereiteten Friedberger Abschlüssen und kam über die erste oder zweite Welle zum Erfolg. Immerhin traf der TSV vorne dank der Aktionen von Dittiger und Jonathan Scholz einigermaßen regelmäßig. Dennoch sah es zur Pause mit dem 16:22 Zwischenstand nach einer klaren Angelegenheit aus.

Doch der TSV kam wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich packten die Gastgeber in der Abwehr entschlossen zu, Balingen traf kaum noch. Bis Mitte der zweiten Hälfte sollte den Gästen nur zwei Tore gelingen.

Trotz einer weiterhin hohen Fehlerquote im Angriff kam Friedberg langsam näher. Nach dem 20:24 hatte der TSV seine stärkste Phase. Von Petersdorff, der zum zweiten Durchgang in den Kasten zurückgekehrt war, hielt einen Strafwurf auf spektakuläre Weise: Sein linkes Bein zuckte hoch, der Ball prallte davon ab und trudelte Richtung Torlinie, aber der Keeper hechtete hinterher und schlug ihn weg vom Kasten.

Dank zweiter Tore von Thomas Wagenpfeil glich der TSV in der 45. Minute tatsächlich zum 24:24 aus. Der Gästetrainer Eckard Nothdurft reagierte sofort mit einer Auszeit, um den TSV aus dem Rythmus zu bringen. Bis zum 25:25 hielt Friedberg den Anschluss, doch dann bekamen die Gäste wieder Oberwasser. Zu viele technische Fehler und überhastete Abschlüsse brachten den HBW wieder nach vorne. Zehn Minuten vor Schluss führte Balingen mit 25:28. Es sollte bis zum Ende knapp bleiben, doch näher als auf zwei Tore kam Friedberg nicht mehr heran. Die Mannschaft war vorne einfach zu unkonzentriert, Fehlpässe, vergebene freie Würfe vom Kreis, das darf in einer solchen spielentscheidenden Phase nicht passieren. Somit war die tolle Aufholjagd doch vergebens, Friedberg verlor am Ende mit 32:34 (16:22).

„Nach einer schwachen ersten Hälfte haben wir uns zurückgekämpft“, sagte Trainer Rosenberger. „Leider konnten wir die tollen Fans, die uns so gut unterstützt haben, nicht belohnen. Momentan holen wir uns die Big Points nicht, die entscheidenden Bälle spät im Spiel, wenn es knapp zugeht. Die Mannschaft muss an sich arbeiten, sie steht jetzt in der Pflicht. Die Jungs müssen ihre Fehlerquote reduzieren, in dieser schwierigen Phase kommt es auf jeden Einzelnen an.“

Für den TSV Friedberg spielten: V. Petersdorff (1. – 20.; 31. – 60.); Bieber (21. – 30.); Schnitzlein; Wagenpfeil (4); Ilic (6/2); Aigner; Schneck (3); Masier – Hasselmann; Pupeter; Scholz (7); Dittiger (8); Lodemann (4).