TSV Friedberg dominiert zum Auftakt

Verfasst am Dienstag, 04. September 2012 von Thorsten Franzisi

Mit einem souveränen 30:22 (17:8) Heimsieg ist der TSV Friedberg in die neue Saison gestartet. Besonders in der ersten Hälfte dominierten die Handballer das Spiel gegen den Aufsteiger aus Zweibrücken dank ihrer starken Deckung nach Belieben.

Zweibrücken, der Aufsteiger aus der Oberliga Rheinland – Pfalz/Saar, begann stark und erzielte das erste Tor der Partie. Beim TSV begann Willi Seiler im Tor und konnte gleich seinen ersten Siebenmeter parieren. Gegen die 3 – 2 – 1 – Deckung der Gäste tat sich Friedberg noch schwer, wenig Spielfluss und einige Ballverluste prägten die ersten zehn Minuten.

Nachdem Zweibrücken das 4:4 erzielen konnte, kam aber ein Bruch ins Spiel der Pfälzer. Friedberg hatte sich immer besser auf die Angriffsbemühungen der Gäste eingestellt und konnte diese nun entscheidend an einem guten Torabschluss hindern. Die Angreifer von Zweibrücken operierten viel mit Kreuzbewegungen, sie wirbelten vor der Abwehr mit zahlreichen Positionswechseln und versuchten so, eine Lücke in die Deckungsformation zu reißen. Aber das gelang ihnen nicht, die Herzogstädter verteidigten aggressiv und schafften es, in den nächsten zehn Minuten kein Tor zu kassieren und einige leichte Treffer nach Balleroberungen zu landen. Besonders Kreisläufer Panagiotis Erifopoulos zeichnete sich in der ersten Halbzeit aus. Acht Treffer konnte der griechische Nationalspieler dank seiner Zweikampfstärke und Dynamik erzielen.

Friedberg dominierte jetzt die Partie und setzte sich immer weiter ab. Nachdem die Handballer in fünf Minuten fünf Treffer erzielt hatten, ohne einen zu kassieren, nahm der Gästetrainer nach 15 Minuten beim Stand von 9:4 eine Auszeit. Doch sein Team war nun chancenlos.

Friedbergs Defensive hatte die gegnerischen Angreifer im Griff, nur einige Unkonzentriertheiten im Angriff verhinderten eine höhere Führung. Groß war die Freude in der gut gefüllten TSV- Halle, als der lange verletzte Johannes Luderschmid seinen ersten Ball im Tor unterbringen konnte. Die gesamte Rückrunde der letzten Spielzeit war der Rückraumschütze ausgefallen, seine beiden Tore am heutigen Tag erzielte er aber von einer ganz ungewohnten Position: Dem Kreis.

Über ein 11:6 und ein 15:7 holte sich Friedberg einen komfortablen 17:8 Vorsprung zur Halbzeit. Alles sah nach einem gelungenen Auftakt in die neue Drittliga – Saison aus. Nach der Pause startete Zweibrücken wieder engagiert, war aber spielerisch zu limitiert, um gegen eine ausgesprochen wache Friedberger Deckung viel zu reißen. Bis Mitte der zweiten Hälfte blieb die Friedberger Führung konstant bei zehn Toren, das 21:11 nach 40 und das 23:13 nach 46 Minuten bezeugen die Dominanz des Friedberger Spiels.

Doch in der Schlussphase ließ die Konzentration beim TSV etwas nach, angesichts der deutlichen Führung verständlich. Fehlpässe im Angriff nahmen den Gastgebern einige gute Tormöglichkeiten, Zweibrücken kam jetzt etwas besser ins Spiel und konnte den Abstand noch ein wenig verkürzen. Aber der Sieg der Herzogstädter geriet nicht mehr in Gefahr. Über ein 24:16 und ein 26:20 spielten sie die Partie locker nach Hause. In den letzten vier Minuten kam Max Segmüller nach langer Verletzungspause zu einem kurzen Comeback. Der Mittespieler deutete in dieser kurzen Zeit schon wieder an, was sein Spiel in der Vergangenheit ausgezeichnet hatte. Nach 60 Minuten konnte sich der TSV über die ersten zwei Punkte in seiner fünften Drittligasaison freuen.

Beim 30:22 (17:8) gegen den Aufsteiger aus Zweibrücken haben die Gastgeber gezeigt, welch hohes Niveau sie in ihrem Spiel erreichen können. Das Nachlassen in der Konzentration angesichts einer deutlichen Führung in den letzten 15 Minuten fiel dann nicht mehr schwer ins Gewicht.

Friedbergs Trainer Hartmut Mayerhoffer freute sich dann auch über den Auftaktsieg, fand aber noch einige Punkte verbesserungswürdig: „Die Mannschaft war vor dem Spiel angespannt, aber auch voller Vorfreude, weil es endlich wieder los ging. Die Jungs sind dann hoch konzentriert gestartet und haben meine Anweisungen erstklassig umgesetzt. Vor allem die Abwehr war in den ersten 40 Minuten richtig stark. Darum haben wir uns früh eine hohe Führung erarbeitet. Aber es fehlt uns noch an der Konstanz, wir konnten dieses hohe Niveau nicht halten. Dass lag natürlich daran, dass dieses Spiel bereits früh entschieden war, aber wir werden jetzt daran arbeiten, dass wir auch über 60 Minuten diese tolle Abwehrlistung abrufen können. Nächste Woche gegen Köndringen/Teningen wartet nämlich ein anderes Kaliber auf uns.“

Aufstellung:
Seiler; v. Petersdorff; J. Luderschmid (2); Wagenpfeil; Vilchez – Moreno (8); Ilic (2); Maier – Hasselmann; Erifopoulos (8); Segmüller; Link (3); Feuchtmann (4/4); Scholz (2/1); Behr (1); Dittiger.