Friedberger Sieger im Schnee

Verfasst am Freitag, 21. März 2014 von Thorsten Franzisi

„Schnee und Sand zeichnet sehr viele Gemeinsamkeiten aus“. Dass dieses Zitat sehr fern jeglicher Urlaubsvorstellung ist steht außer Frage, doch dass diese Aussage von Volleyballern stammt ist auf den ersten Blick ebenfalls unverständlich. Die meisten Beachvolleyballer, wie auch Alexander Hurler, Joschi Schöberl oder Florian Schweikart beim TSV Friedberg, schlagen im Winter in der Halle auf.

„Wichtig ist aber, dass frühzeitig der Wechsel des spezialisierten Sechser-Teams auf das Spiel zu zweit geschieht, was taktisch komplett anders und technisch weitaus vielfältiger ist“, erklären die TSV Beacher. Neben dem regelmäßigen Training in der Beachhalle hat sich in den letzten Jahren auch das frühe Spiel unter freiem Himmel durchgesetzt. Den mitteleuropäischen Bedingungen zur Folge wird um diese Jahreszeit der „Beach“ durch „Snow“ ersetzt, womit in Österreich bereits eine neue offizielle Sportart geboren wurde: Snowvolleyball. Die als „Worldtour“ bezeichnete Turnierserie in den Alpenländern schlägt derzeit in zahlreichen Skigebieten ihre Zelte auf. Vergangenes Wochenende war der einzige deutsche Tourstopp in Spitzingsee an der Reihe.

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Der TSV Mittelblocker Florian Schweikart trat gemeinsam mit seinem Schweizer Aushilfspartner Benjamin Jankovski an, um mit über 30 Teams um die Krone des „King of the Snow“ zu kämpfen. Das Interismsduo fand schnell zueinander und konnte am Samstag ungeschlagen in den am Sonntag stattfindenden Hauptbewerb der besten 8Teams einziehen. In ihrer Vierergruppe setzten sich Schweikart und Jankovski gegen Duos aus Österreich, Polen und Tschechien souverän durch und schafften somit den überraschenden Einzug ins Halbfinale. Mit den fünffachen bayerischen Meistern Buchner/Richter standen dem Sportstudenten alte Bekannte gegenüber. Nach einem Kräftezehrenden Kampf gelang es dem Interismsduo die favorisierten Lokalmatadoren knapp (21:19) zu bezwingen und ins Finale einzuziehen.

Ebenfalls ins Finale schaffte es das Team Polen 1 mit dem Gesamtsieger der Tour 2013 Michal Matyja und seinem Partner Arthur Baca. Die Polen konnten bereits gegen den ersten Tourstopp im Schweizer Engelberg gewinnen. Das Friedberger/ Schweizer Team stemmte sich von Beginn an gegen die polnischen Topfavoriten, hatte beim Stand von 12:8 bereits vier Punkte Vorsprung. Die Polen kämpften sich aber zurück und wehrten zwei Satzbälle ab. Schweikart/Jankovski behielten in den entscheidenden Situationen den Überblick und sicherten sich mit 16:14 den ersten Satz. Nach einem schnellen Rückstand zogen in Durchgang zwei die Polen schnell davon.

Matyja/ Arthur konservierte den Vorsprung und glichen in Sätzen aus (15:11). Die Entscheidung musste nun im Ti-break fallen. Schweikart/Jankovski starteten fulminant in den letzten Satz des Turniers. Spektakuläre Blocks und Abwehraktionen stellten die Attraktivität des jungen Sports unter Beweis. Unter der Anfeuerung des Publikums erkämpfte sich das Interimsduo einen vier Punkte Vorsprung (11:7), der sich zum finalen Blockpunkt sogar noch vergrößerte (15:9). „Sensationell, dass wir als spontan entstandene Paarung es geschafft haben die ganzen eingespielten Teams zu schlagen“, bejubeln Benni und Flo fast ungläubig den Sensationserfolg. Die Leistung des Duos wurde durch die Wahl einer Fachjury gekrönt, welche Florian zum MVP (Most Valuable Player), wertvollster Spieler des Turniers, krönte.

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Als Zweiter der letztjährigen Gesamtwertung unterstreicht Schweikart, trotz eines ausgelassenen Tourstopps in Engelberg, auch 2014 seine Ambitionen auf die Gesamtwertung. Am nächsten Tourstopp, dem österreichischen Wagrain, hat sich mit den lettischen Olympiamedalliengewinner der letzten Spiele in London, Plavins/Smedins, bereits namhafte Konkurrenz angekündigt.