Friedberg holt Punkt gegen Kirchzell

Verfasst am Dienstag, 19. Februar 2013 von Thorsten Franzisi

Einen Punkt erkämpft hat sich der TSV Friedberg im Heimspiel gegen den TV Kirchzell. Beim 26:26 (14:15) gegen die Franken hatten die Handballer Anlaufschwierigkeiten und vergaben über die gesamte Spielzeit zu viele gute Chancen.

Kirchzell ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der 3. Liga. Seit der Winterpause haben die Franken mit Siegen gegen die Spitzenteams von Horkheim und Konstanz auf sich aufmerksam gemacht. Wie würde die Friedberger Mannschaft reagieren nach dem doppelten Schock in der letzten Woche, als der Abschied von Trainer Hartmut Mayerhoffer und der Verzicht auf einen möglichen Aufstieg bekannt gegeben wurde? Der Tabellenführer brauchte nach zwei spielfreien Wochenenden etwas, um in die Partie zu finden.

Beim Torabschluss konnte Friedberg die gesamte Spieldauer nicht überzeugen. Doch in den ersten 20 Minuten war es die Abwehr, die Mayerhoffer und den zahlreichen Zuschauern in der TSV – Halle Sorgen bereitete. Der gegnerische Rückraum konnte nicht wirkungsvoll gestört werden, auch das Zusammenspiel mit dem Kreisläufer unterbanden die Hausherren nicht ausreichend. Kirchzell konnte so in Führung gehen, nach einer ausgeglichenen Anfangsviertelstunde sah es beim 7:12 in der 20. Minute nicht gerade gut aus für den TSV.

Was möglich war an diesem Tag, wenn die Friedberger Abwehr besser funktioniert, sahen die Friedberger Fans in der Schlussphase der ersten Hälfte. Jetzt arbeiteten die Herzogstädter hinten viel konsequenter, Kirchzell gelangen nur noch drei Tore in zehn Minuten. In den letzten 60 Sekunden der ersten Hälfte machte Friedberg aus einem 12:15 ein 14:15, Linksaußen Andreas Knorr verwertete einen Gegenstoß mit der Pausensirene. Sorgen bereitete den Gastgebern aber weiterhin die Chancenverwertung. Friedberg spielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten heraus, doch Andreas Wolff im Gästetor entnervte die Handballer mit zahlreichen großartigen Paraden. Der Keeper, der ein Doppelspielrecht für den Bundesligisten TV Großwallstadt besitzt, wurde zur Nemesis für die Friedberger Angreifer.

In der zweiten Hälfte geriet der TSV schnell höher in Rückstand. Doch das 15:19 war nur eine Momentaufnahme, die Gastgeber holten sich mit einer starken Abwehr den Ausgleich zum 19:19 nach 44 Minuten. Jetzt war es eine Partie auf Augenhöhe. Der Spitzenreiter der 3. Liga hatte die gegnerischen Angreifer viel besser im Griff und erspielte sich immer wieder glänzende Möglichkeiten. Nur ein Mann stand der Friedberger Führung im Weg: Wolff verhinderte, dass der TSV in Front gehen konnte. Während der gesamten Spielzeit war Friedberg nicht einmal selbst vorn. Das Spiel lebte jetzt von seiner Spannung.

Die Zuschauer sahen ein umkämpftes, intensives Duell. Friedberg gelang es nicht, vor dem Tor die Ruhe zu behalten. Drei Siebenmeter und mehrere freie Würfe fanden nicht den Weg ins Tor. Am Kreis konnte Johannes Luderschmid überzeugen. Er hat seine Verletzung überwunden und machte auf dieser für ihn ungewohnten Position ein tolles Spiel. Fünf Tore gelangen ihm dabei. Auch Miro Ilic konnte trotz zweiter vergebener Strafwürfe überzeugen. Seine Ruhe und Übersicht im Spielaufbau waren Gold wert.

In den Schlussminuten wurde es dramatisch. Kirchzell schaffte 68 Sekunden vor dem Ende das 25:26, Friedberg verlor im nächsten Angriff den Ball. Die erste Niederlage seit Oktober drohte, sollte der Spitzenreiter das nächste Opfer der Franken werden? Florian Antony hatte etwas dagegen. Ihm gelang es, den Ball herauszufangen und einen Gegenstoß einzuleiten. Jonathan Scholz traf elf Sekunden vor Schluss zum 26:26.

Diese Szene war nach der Partie sehr umstritten, der Trainer von Kirchzell monierte in der Pressekonferenz, dass Antonys Ballgewinn nicht den Regeln entsprach, weil er dabei den Fuß zu Hilfe genommen haben sollte. Im allerletzten Angriff schafften die Gäste nicht mehr den Siegtreffer. Das 26:26 (14:15) bringt dem TSV einen wichtigen Punkt und lässt den Vorsprung auf die Verfolger sogar weiter anwachsen, da Balingen und Horkheim am Wochenende verloren.

Mayerhoffer empfand das Ergebnis leistungsgerecht: „Wir hatten am Anfang so unsere Probleme, ins Spiel reinzufinden. Im ersten Drittel der Partie hat unsere Abwehr nicht gut funktioniert. Als es dann hinten gepasst hat, konnten wir das Spiel ausgleichen. Gegen eine starke Mannschaft aus Kirchzell war aber nicht mehr drin, ihr Keeper hat zahlreiche gute Chancen zunichte gemacht. Ich denke, das Unentschieden ist das richtige Ergebnis.“

Seiler (1. – 15.; 24. – 60.); v. Petersdorff (15. – 24.); J. Luderschmid (5); Wagenpfeil (1); Vilches – Moreno (1); Ilic (5); Antony; Knorr (1); Maier – Hasselmann (2); Segmüller (1); Link (2); Scholz (5/2); Behr (3).