Befreiungsschlag für Friedberger Handballer

Verfasst am Sonntag, 09. Februar 2014 von Thorsten Franzisi

Beim 25:20 (10:10) gegen Rödelsee überzeugten die Handballer durch eine starke Abwehr und bedingungslosen Einsatz.

Am 9. November in Auerbach war es das letzte Mal gewesen, dass die Handballer sich über einen Sieg freuen konnten. Es wurde langsam Zeit. In der Tabelle der 3. Liga war der TSV immer weiter abgerutscht, vor diesem Heimspiel gegen den Aufsteiger und Konkurrenten im Abstiegskampf hatten die Handballer nur noch einen Punkt Vorsprung auf die letzten drei Plätze.

Besonders wichtig war für den TSV, dass Spielertrainer Manuel Vilchez – Moreno wieder mitmischen konnte. Der erfahrene Spanier war vor zwei Wochen gegen Kornwestheim umgeknickt und konnte seitdem nicht auflaufen. Seine Präsenz in der Abwehr half dem Team ungemein. Aus Sicherheitsgründen spielte er noch nicht im Angriff. Noch viel länger hatte ein anderer Spieler pausieren müssen: Kreisläufer Panagiotis Erifopoulos war über ein Jahr ausgefallen, erst hatte ihn eine Verletzung am Daumen, dann anhaltende Knieprobleme gestoppt. Der frühere griechische Nationalspieler feierte ein umjubeltes Comeback und schaffte gleich zwei Tore.

In der ersten Hälfte sahen die Zuschauer in der sehr gut gefüllten TSV – Halle ein Spiel auf schwachem Niveau. Rödelsee, das bislang alle Auswärtsspiele verloren hatte, deckte mit einer offensiven 3 – 2 – 1 – Deckung und bereitete Friedberg damit anfangs große Probleme. Dafür konnten sich die Herzogstädter auch auf ihre 6 – 0 – Abwehr verlassen. Dahinter stand ein blendend aufgelegter Keeper Benjamin von Petersdorff.

3:5 lag Friedberg nach zehn Minuten zurück, drehte dann aber die Partie. Zehn Minuten später führten die Hausherren mit 8:6, ihre Abwehrstärke zahlte sich jetzt aus. Beim Zwischenstand von 10:7 nach 24 Minuten kam Erifopoulos aufs Feld, er wurde von den Friedberger Fans mit großem Applaus empfangen. In der Schlussphase des ersten Durchgangs hatte der TSV mehrmals gute Chancen, das 10:7 zu verbessern. Lange blieb es bei diesem Zwischenstand, ehe Rödelsee in den letzten drei Minuten vor der Pause noch einmal aufkam und den Ausgleich schaffte. Dieses 10:10 war ein ärgerlicher Zwischenstand für Friedberg, mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss wäre dank der starken Defensive durchaus eine Führung zum Seitenwechsel drin gewesen.

Direkt nach Wiederanpfiff geriet der TSV in Rückstand und verlor gleich danach den Ball. Jetzt schlug die große Stunde von Erifopoulos, nachdem die Abwehr das Spielgerät abgefangen hatte, traf er bei seinem Comeback per Tempogegenstoß zum 11:11.

Auf seine starke Defensive und den phantastischen von Petersdorff dahinter konnte sich Friedberg weiterhin verlassen. Rödelsees gefährlicher Angreifer Jan Kästner schaffte nur drei Feldtore. Bis Mitte der zweiten Hälfte erzielten die Gäste kaum Treffer, Friedberg hingegen ging trotz einiger Probleme mit seiner Chancenverwertung mit 16:12 in Führung.

In dieser Phase gaben die Schiedsrichter sehr viele Zeitstrafen, zunächst erwischte es vermehrt den TSV. In einer drei gegen fünf – Unterzahl kamen die Gäste auf 16:14 heran.

Kurz darauf musste aber ein Gästespieler mit Rot vom Feld. Nach einem Foul hatte er sich so über seine Zeitstrafe beschwert, dass ihm die Referees gleich noch eine weitere dazu gaben, dass war die dritte und damit die Partie.

Nun war es der TSV, der oft einen oder gar zwei Spieler mehr auf dem Parkett hatte. Und die Mannschaft wollte sich dieses Spiel nicht mehr nehmen lassen, das merkte man genau. Jede gelungene Aktion wurde von den Fans und der gesamten Bank bejubelt, die Spieler pushten sich selbst mit positiver Energie, anstatt wie in den letzten Wochen angesichts einer Führung nervös zu werden und sie noch herzugeben.

Über ein 19:15 nach 50 Minuten und ein 21:16 nach 55 ging es dem lang ersehnten Sieg entgegen. Nur ein kleiner Wermutstropfen schaffte es noch in den Friedberger Freudenbecher: Wegen eines Gegentores in der Schlusssekunde hat Rödelsee jetzt den besseren direkten Vergleich, stünde also im Falle einer Punktgleichheit vor den Friedbergern. Aber daran wollte nach dem 25:20 (10:10) Erfolg niemand denken, zu groß war der Jubel nach dieser langen Zeit ohne Sieg.

Rosenberger lobte die geschlossene Mannschaftsleistung: „Dieser Sieg war so unfassbar wichtig für uns. Es war unglaublich, wie die Jungs gekämpft, wie sie in der Abwehr gearbeitet haben. Ein Sonderlob geht an unseren Torwart, Benni von Petersdorff war einfach unglaublich heute. Besonders freue ich mich über das Comeback von Joti Erifopoulos, er hat wirklich lange gefehlt und sich mit einer guten Leistung zurückgemeldet. Dieser Erfolg ist ein Triumph der gesamten Mannschaft, jeder Einzelne hat heute alles gegeben und sich so diesen Sieg verdient.“

Für den TSV Friedberg spielten: v. Petersdorff (1. – 60.); Bieber; Schnitzlein; Wagenpfeil; Vilchez – Moreno; Ilic (6/2); Erifopoulos (2); Aigner (3); Abstreiter; Schneck (1); Maier – Hasselmann; Scholz (7/1); Dittiger (4); Lodemann (2).