Unterhaltsamer Sieg gegen Berlin

Verfasst am Samstag, 18. Januar 2014 von Thorsten Franzisi

Dabei waren die Punkte besonders wichtig, denn so konnte nicht nur der Rückstand auf die Eisbären egalisiert werden, auch die direkte Konkurrenz um Platz 10 punktete, so dass nach einem mehr als unterhaltsamen Spiel 5699 Zuschauer im gut besetzten Curt Frenzel Stadion zufrieden nach Hause gehen konnten.

Dabei kehrten mit T.J. Trevelyan und Tobias Draxinger (der allerdings noch keine Eiszeit sah) zwei Langzeitverletzte zurück.

Langsamer Auftakt
Peter MacArthur durfte als überzähliger Ausländer auf der Tribüne Platz nehmen, während Markus Keller wieder das Tor hütete, nachdem Patrick Ehelechner immer noch nicht einsatzfähig ist. Und es wartete gleich Arbeit auf ihn: Erst musste Sebastian Uvira nach einem absolut sauberen Hit für 2 Minuten auf die Strafbank, anschließend gesellte sich Stephen Werner zu ihm (zu Recht, auch wenn Berlins Casey Borer in theatralischer Manier die Strafzeit forderte). Bis auf einen von Mads Christensen abgefälschten Bell-Hammer brachten die Berliner haber wenig zu Stande, unter anderem auch weil Mike Connolly hervorragende Arbeit verrichtete. Nach dieser anstrengenden Anfangsphase kamen die Augsburger schwer ins Spiel, die Berliner waren tonangebend, ohne allerdings zu brillieren oder sich gar nennenswerte Chancen herauszuspielen.

Gefährlich wurde es erst, als die Augsburger sich dann in Überzahl üben durften: Dies geschah allerdings nicht in typischer Powerplay-Manier: Die erste dicke Chance vergab Trevelyan – nachdem Constantin Braun ihm den Puck beim Klärungsversuch direkt auf der Kelle servierte – aber freistehend vor Elwing, ebenso wie wenig später Uvira, der bei einem Alleingang keinen Druck hinter die Scheibe brachte. Der AEV war nun besser im Spiel und hatte mit Connolly eine weitere dicke Möglichkeit nach einem dicken Patzer der Berliner, doch auch er scheiterte im Alleingang. Besser machte es Darin Olver. Der Ex-Augsburger setzte im direkten Gegenzug bei einem 2 auf 1 Konter den Puck trocken zum 1:0 unter die Latte (16.).

Caporusso mit drei Assists
Doch die Augsburger Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Louis Caporusso stahl hinter dem Tor dem Gegner den Puck (nicht zum ersten Mal in seinen bisher sieben Auftritten), und legte trotz Foul zurück auf Trevelyan, der Elwing mit einem Schlagschuss vom Bullypunkt durch die Hosenträger zum Ausgleich überwand. Dies sollte nicht der letzte „Bock“ von Elwing gewesen sein.

Doch seine Vordermänner machten ihm seinen Job auch nicht einfach. Die Augsburger kamen mit viel Dampf aus der ersten Pause: Doch die ersten guten Chancen ließ man liegen und so kam es in der 23. Minute wie es kommen musste: Die Augsburger Verteidigung räumte vor dem eigenen Gehäuse nicht konsequent auf, Ziegler legte aus kürzester Distanz quer auf Foy, der zum 1:2 ins leere Tor einschoß. Nachdem Ziegler nach einem schlechten Wechsel der Augsburger eine weitere gute Chance vergab, rissen sich die Augsburger am Riemen und fingen an die Berliner zu dominieren. Grygiel, Ciernik, Reiss (dem vor dem leeren Tor der Puck versprang), nochmal Ciernik, Connolly, sie alle hätten den Ausgleich erzielen müssen, doch vergaben aus besten Positionen.

Wie es richtig geht zeigte ihnen dann Ryan Bayda. Bei einem 2 auf 1 nahm der Berliner Verteidiger schön den Passweg aus dem Spiel, so dass Bayda selbst schießen musste und der nicht besonders genau gezielte Schuss fand dank eines Stellungsfehlers von Elwing den Weg zum hochverdienten 2:2 ins Tor (28.). Anschließend ging es 4 gegen 4 weiter, nachdem der richtig stark spielende Ziegler sich zu einer Schwalbe hinreißen ließ. Dort hatten die Augsburger erst einmal Glück, dass Keller einen Tipp In Versuch von Mark Bell entschärfen konnte, im Gegenzug zeigte aber T.J. Trevelyan, warum ihn die Augsburger so vermisst hatten. Mit enormen Zug zum Tor ausgestattet schloss der Kanadier eiskalt aus zentraler Position zum umjubelten 3:2 ab (31.).

Augsburg dominiert
Doch die Augsburger hatten noch nicht genug und die Berliner Verteidigung wurde immer wilder. Mehrere 2 auf 1 Situationen wurden vergeben, die beste von Stephen Werner, der im Nachschuss 30 cm vor dem leeren Tor stehend die schwarze Hartgummischeibe an den Pfosten legte, doch der starke Adrian Grygiel zeigte ihm kurze Zeit später, wie es richtig geht. Bei einem weiteren 2 auf 1 düpierte Ciernik den Berliner Verteidiger und legte den Puck um ihn zu Grygiel, der direkt abnahm und auf 4:2 erhöhte (32.); und das war hochverdient. Gästecoach Tomlinson nahm die Auszeit um seine Jungs wachzurütteln, aber es dauerte keine weitere Minute, bis sich die Panther wieder bei einem 2 auf 1 Konter befanden. Nach einem sehenswerte Doppelpass mit Ciernik landete der Puck wieder bei Grygiel, der per Tipp In leider nur die Latte traf.

 

 

 

Die Augsburger Dominanz zeigte sich auch wenig später, als man 30 Sekunden nur mit 4 Mann auf dem Eis war (Zeiler hatte geschlafen) und die Berliner dennoch im Drittel einschnürte. Man verpasste aber, die Führung noch deutlicher zu gestalten (Ciernik ein weiteres Mal frei vor Elwing!) und so kam es wie es kommen musste, nachdem erst Filin aus aussichtsreicher Position einen Nachschuss am Kasten vorbeisetzte, schloss Mark Bell wenig später einen 3 auf 2 Konter mit einem trockenen Handgelenksschuss zum 3:4 ab (37.). Ziegler vergab wenig später sogar noch die Chance zum Ausgleich, als er nach einem Abspielfehler von Connolly wohl selbst überrascht frei vor Keller auftauchte. Als die Panther zum Schluss des Drittels in Überzahl waren hatte auch Borer noch eine richtig gute Schusschance, nachdem J.D. Forrest stolperter, doch er verzog knapp.

Uviras Strafe macht Spiel noch einmal spannend
So ging es mit 4:3 ins Schlussdrittel, aus Augsburger Sicht etwas unbefriedigend, wenn man die Chancen so nachzählte. Und erneut hatten die Berliner den Ausgleich auf der Keller, doch Mike Connolly konnte in letzter Sekunde mit einer Strafe den Ausgleich verhindern, durfte anschließend aber dafür 12 Minuten in der Kühlbox schmoren. Die Berliner zeigten aber nicht viel in Überzahl, ebenso wie wenig später die Augsburger. Am gefährlichsten wurde es vor dem Augsburger Tor, als Keller zweimal hintereinander Schüsse nach vorne abprallen ließ und die jeweils vom eigenen Verteidiger wieder zurück in Richtung Tor kullerten. Erst Sebastian Uvira brachte die Berliner wieder ins Spiel, als er übermotiviert an der Mittellinie beim Check zu spät kam und den Gegner am Knie traf und anschließend zurecht mit 5+Spieldauer zum Duschen durfte.

Da sich die Augsburger in Überzahl befanden, wurde erst noch 4 gegen 4 gespielt und das nutzten die Augsburger. Nach einem Pass von Connolly stocherte Ciernik in frecher Art Elwing den Puck zum 5:3 durch die Beine (56.), das dritte Tor an diesem Abend, welches der Berliner Goalie sich selbst zuzuschreiben hatte. Das Tor war umso wichtiger, als das 2 Sekunden später die Berliner wieder komplett waren und die restlichen gut vier Minuten des Spiels in Überzahl agieren konnten. Doch die Augsburger hatten Glück: Als drei Minuten vor Schluss der Puck im Augsburger Gehäuse lag, hatte das Schiedsrichtergespann glücklicherweise eine Sekunde vorher bereits abgepfiffen, so dass der Treffer nicht zählen konnte. Dadurch schien der Berliner Wille gebrochen zu sein, speziell nachdem Darin Olver auch noch wenig später den Puck am leeren Tor vorbeilegte. J.D. Forrest klappte mit einem Empty Netter den Deckel d’rauf und die Panther fuhren mit 6:3 verdiente drei Punkte ein.