Wahnsinn in der BayArena — Rieder schlägt zweimal zu und schenkt dem FCA drei goldene Punkte

Verfasst am Samstag, 18. April 2026 von Marc Gerstmeyr

Bayer 04 Leverkusen – FC Augsburg 1:2 (1:1)

Die BayArena, ein Fußballtempel, der in dieser Saison schon ganz andere Kaliber empfangen hat — und dann kommen die Fuggerstädter. Mit 36 Prozent Ballbesitz, zehn kümmerlichen Torschüssen und einem Plan, der auf dem Papier so simpel wie fies aussah: hinten die Tür zu, vorne auf den Moment lauern. Und dieser Moment? Der kam. Zweimal. Beide Male: Fabian Rieder.

Schick köpft Bayer früh in Front

Leverkusen übernahm von der ersten Sekunde an das Kommando, wie man es vom Team von Trainer Kasper Hjulmand kennt. Patrik Schick schraubte sich nach einer punktgenauen Flanke von Edmond Tapsoba in die Höhe und köpfte wuchtig ins Netz — 1:0 in der 12. Minute. Bayers bester Torschütze der Saison, elf Treffer, ein Mann für solche Momente. Alles nach Plan für die Werkself.

Drei Minuten später: Rieder schlägt zurück

Was folgte, war ein Augsburger Konter der seltenen, aber feinen Art. Nach einem Eckball klärte Flekken per Faustabwehr in den Rückraum, Giannoulis bediente den besser postierten Rieder, dessen Linksschuss von Loïc Badé abgefälscht wurde und Flekken auf dem falschen Fuß erwischte — 1:1 in der 15. Minute, Rieders fünfter Saisontreffer. Erzielt auf die unaufgeregteste Art der Welt: einfach abdrücken, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Dahmen — der Mann, der Leverkusen den Sieg stahl

Was dann folgte, war ein Abend, der eigentlich längst anders hätte enden müssen. Nathan Tella (24.), Edmond Tapsoba (30.) und Alejandro Grimaldo (36.) ließen die erneute Führung liegen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vergaben Tella und Schick eine aussichtsreiche Doppelchance — FCA-Keeper Finn Dahmen parierte stark. Nach dem Seitenwechsel mehr desselben: Dahmen verhinderte gegen Tella aus kurzer Distanz den Rückstand, parierte wenig später mit dem Fuß gegen Maza — er war schlicht überragend, und das gegen 29 Leverkusener Torschüsse.

Drama in der Nachspielzeit — Rieder legt nach

Einen zunächst für Leverkusen gepfiffenen Elfmeter nach einem Handspiel von Zesiger nahm Schiedsrichter Benjamin Brand nach Ansicht der TV-Bilder zurück. Die BayArena atmete kurz auf — zu früh. Tief in der Nachspielzeit sorgte ein Foul von Montrell Culbreath für den FCA-Elfmeter. Fabian Rieder trat an, verwandelte eiskalt — 1:2. Leverkusen scheiterte an einer katastrophalen Chancenverwertung.

Einordnung & Ausblick

Drei Punkte in der BayArena, gegen eine der formstärksten Mannschaften der Liga, in der Nachspielzeit — was für ein Samstag für den FCA. Die Augsburger haben nun einen Puffer von zehn Zählern auf den Relegationsplatz: Der Klassenerhalt ist faktisch eingetütet. Manuel Baums Team hat bewiesen, dass es auch im größten Hexenkessel bestehen kann, wenn Dahmen seinen besten Tag erwischt und Rieder zweimal eiskalt bleibt.

Leverkusen hingegen? Der Rückstand auf den vierten Tabellenplatz beträgt weiter vier Zähler — und das vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern am Mittwoch. Kein gutes Timing für einen solchen Chancenwucher. Für den FCA gilt: Nächste Woche kommt Eintracht Frankfurt in die WWK Arena — und die Fuggerstädter werden mit breiter Brust auflaufen.

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