TSV Friedberg – TV Germania Großsachsen

Verfasst am Sonntag, 05. Oktober 2014 von Thorsten Franzisi

Die Friedberger Erste hat ihr Heimspiel gegen den TV Germania Großsachsen mit 24:34 (10:17) verloren. Die ersten 20 Minuten konnten die 3. Liga – Handballer die Partie ausgeglichen gestalten, ehe sich die Gäste absetzen konnten.

Friedberg war im bisherigen Saisonverlauf ohne jedes Erfolgserlebnis geblieben, als einziges Team der 3. Liga Süd sind die Handballer noch ohne Punkt. Großsachsen hatte bislang erst einen Saisonsieg auf dem Konto, so dass sich die Herzogstädter Hoffnungen machten, dass es in eigener Halle klappen könnte mit den ersten Zählern. Doch dafür würde die Mannschaft 60 Minuten lang ihren besten Handball zeigen müssen.

In der Anfangsphase waren beide Teams ebenbürtig. Friedberg hatte zunächst seine Probleme mit den wurfgewaltigen Halben, die von Spielmacher Jonas Gunst immer wieder gut in Szene gesetzt wurden. Aber der TSV konnte vorne dagegen halten, Mitte Tizian Maier und Kreisläufer Claudio Schneck harmonierten gut. Nach gut zehn Minuten stabilisierte sich auch die Defensive, so dass es bis zum 5:5 eine offene Partie war.

In den folgenden Minuten hatte der TSV dann einiges Pech im Abschluss. Besonders Maier traf es, der junge Spielmacher in seinem ersten Jahr bei den Herren hatte bei zwei Rückraumkrachern etwas zu genau gezielt, beide Bälle sprangen vom Aluminium ins Feld zurück. In der Anfangsviertelstunde sollte Friedberg gleich viermal Pfosten oder Latte treffen. Das war der Grund für den 5:7 Rückstand Mitte der ersten Hälfte.

Aber Friedberg machte einen guten Eindruck, dank des bärenstarken Manuel Vilchez – Moreno stand die Defensive gut, Mile Matijevic im Tor hielt wieder einmal glänzend, und oft fehlten nur wenige Zentimeter zum verdienten Torerfolg.

Nach 19 Minuten nahm Großsachsens Trainer die erste Auszeit, ihm gefiel sicherlich der fehlerhafte Spielvortrag seiner Mannschaft nicht allzu sehr. Friedberg tat diese kurze Pause aber überhaupt nicht gut, die nächsten drei Angriffe schlossen die Herzogstädter ohne jede Vorbereitung ab, jeder Wurf war eine sichere Beute für den starken Gästekeeper. Daher rief auch Trainer Harald Rosenberger seine Mannschaft nur wenige Minuten später zusammen, die Auszeit sollte dazu beitragen, die Konzentration wieder zu erhöhen.
Doch der 7:11 Zwischenstand war nur der Anfang für einen Lauf der Gäste. Großsachsen hatte jetzt leichtes Spiel, Friedbergs Defensive ging nun viel zu spät heraus auf die Halben Peter Masica und Philipp Schulz, so dass beide Shooter zu leichten Toren kamen. Nach dem 9:12 erhöhte Großsachsen binnen weniger Minuten auf 9:15. In den letzten 30 Sekunden der ersten Hälfte kassierte der TSV dann noch zwei Tore. Das letzte war besonders ärgerlich, denn die Herzogstädter verloren wenige Sekunden vor der Sirene den Ball und ließen Masica dann ungestört hochsteigen. Das 10:17 bedeutete eine schwere Hypothek für den zweiten Durchgang.

In diesen startete Friedberg gut, die Handballer kamen rasch bis auf 16:20 heran. In dieser Phase erspielten sie sich weitere gute Chancen, gingen aber zu fahrlässig damit um. Wer weiß, welchen Verlauf die Begegnung genommen hätte, wären bspw. die drei Tempogegenstöße drin gewesen, welche der Gästekeeper parieren konnte. So konnte sich Großsachsen wieder stabilisieren und übernahm Mitte der zweiten Hälfte endgültig die Kontrolle über die Partie.

Friedberg hatte nun nichts mehr zuzusetzen, die Mannschaft konnte jetzt keine effektive Gegenwehr leisten. In der Defensive ließen die Gastgeber zu viele leichte Tore zu, vorne verloren sie viel zu oft den Ball, weil sie immer wieder die falsche Entscheidung trafen. Darum ging es in der Schlussphase dahin, Großsachsen hatte leichtes Spiel.
Nach dem 17:21 erhöhten die Gäste problemlos auf 19:28, die Partie war gelaufen. Am Ende verlor der TSV auch sein sechstes Saisonspiel, das 24:34 (10:17) kam durch eine zu hohe Fehlerquote zustande. Nur in den ersten 20 Minuten war die Begegnung ausgeglichen gewesen, als die Herzogstädter zu Beginn der zweiten Hälfte dann die Aufholjagd gestartet hatten, bremsten sie sich durch eine schwache Chancenverwertung selbst aus.

„Die Resultate sind momentan nicht zufriedenstellend“, sagte Coach Rosenberger. „Heute haben wir wieder gut begonnen, konnten dann aber gegen Ende der ersten Hälfte nicht nachlegen. Ich bin mit den ersten zehn Minuten nach der Pause sehr zufrieden, da haben wir den Rückstand mehr als halbiert. Danach haben wir aber zu viele Chancen liegen gelassen, um mehr zu erreichen. Auch die Abwehrarbeit war in den letzten 15 Minuten nicht ausreichend, wir müssen den gegnerischen Rückraum besser bekämpfen. Diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben, wir müssen in allen Bereichen besser werden und mehr Konstanz zeigen.“

Für den TSV Friedberg spielten: V. Petersdorff (25. – 43.); Matijevic (1. – 25.; 43. – 60.); Schnitzlein; Haggenmüller; Wagenpfeil; Vilchez – Moreno; Augner; Aigner (2); Schneck (5); Maier – Hasselmann (3); Maier (1); Dittiger (2); Lodemann (8/5); Abstreiter (3).