Nur die Kuhsee-Marathon-Challenge ist geblieben

Augsburg war einst eine Marathon-Hochburg mit bekannten Rennen und schnellen Läufern.
Die Augsburger und auch die schwäbische Marathon-Geschichte begannen bereits im Juli 1953, als die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im nagelneuen Rosenaustadion ausgetragen wurden. Auf der Staatsstraße nach Schwabmünchen und zurück ging es um den Marathontitel. Nur die Hälfte der angetretenen 44 Langstreckler erreichte bei hochsommerlichen Temperaturen das Ziel im Stadion. Laufen war damals noch kein Volkssport und die Marathondistanz dem männlichen Geschlecht vorbehalten. Im Jahr 1963 begann im nahen Bobingen die nationale Volkslauf-Bewegung, der sich bald auch die DJK Göggingen anschloss. Der Verein veranstaltete auf Initiative von Dr. Hans-Henning Borchers den „Via-Claudia-Augusta-Lauf“. Im Mittelpunkt stand ein Marathon, der stets als schwäbische Meisterschaft galt. Die hügelige Strecke führte von der Karl-Mögele-Sportanlage in die „Westlichen Wälder“. Nach der letzten Veranstaltung im Jahr 1986 sprang die Läuferhochburg TG Viktoria unter der Leitung von Hermann Böving in die Bresche. Der „Augusta-Marathon“, bei dem auch süddeutsche und bayerische Meister ermittelt wurden, ging bis 1990 im Siebentischwald über die Bühne. Nur eine kurze Episode blieb der „Friedensmarathon“. Er wurde in den Jahren 2011 und 2012 zum Augsburger Friedensfest organisiert. Die finanzielle Bilanz hatte eine Fortsetzung dieser aufwendigen Innenstadt-Veranstaltung verhindert.
Dieses Jahr glänzte Katharina Engelhardt
Genauso bekannt wie die Augsburger Marathonrennen waren damals die Marathonläufer aus der Fuggerstadt. So blieb in den 1980er-Jahren ein Dutzend von ihnen unter der Schallmauer von 2:30 Stunden. Diese Athleten von der TG Viktoria Augsburg und dem FC Haunstetten gewannen einzeln oder als Mannschaft etliche Marathonläufe im In- und Ausland. Aber kein anderer Augsburger rannte annähernd so schnell wie Andreas Weniger. Der Mediziner im Viktoria-Trikot erzielte 1985 im texanischen Houston seine Bestzeit von 2:12 Stunden. Bislang waren nur vier bayerische Läufer flotter auf den 42,195 Kilometern unterwegs. Dieses Jahr glänzte Katharina Engelhardt bei den beiden größten Marathonrennen der Welt. Sie finishte als 50. Frau und beste Deutsche beim New York-Marathon sowie als 70. Frau und elfte Deutsche beim Berlin-Marathon. Im Vorjahr hatte die Viktoria-Athletin auf der schnellen Berliner Strecke ihre persönliche Rekordzeit von 2:46 Stunden geschafft. Beste Augsburgerin aller Zeiten ist Leandra Zimmermann mit ihren 2:45 Stunden beim Boston-Marathon des Jahres 2023. Diese Viktoria-Athletin lebt mittlerweile in den USA.
Schnellste Augsburger Marathonläuferinnen aller Zeiten:
1. Leandra Zimmermann (TG Viktoria) 2:45 Stunden (2023),
2. Katharina Engelhardt (TG Viktoria) 2:46 Stunden (2024),
3. Elke Schmidt (TG Viktoria) 2:47 Stunden (2007),
4. Julia Weniger (TG Viktoria) 2:49 Stunden (2011),
5. Gisela Landherr (TG Viktoria) 2:51 Stunden (1986).
Schnellste Augsburger Marathonläufer aller Zeiten:
1. Andreas Weniger (TG Viktoria) 2:12 Stunden (1985),
2. Josef Perske (TG Viktoria) 2:17 Stunden (1985),
3. Klaus Löwenhagen (TG Viktoria) 2:21 Stunden (1987),
4. Hans-Dieter Baumgart (FC Haunstetten) 2:22 Stunden (1982),
5. Heinz Keding (TG Viktoria) 2:24 Stunden (1982).
Text und Statistik: Wilfried Matzke





