Krisengipfel auf der Ostalb

FCA wacht zu spät auf und kassiert die vierte Pleite in Folge
Die Partie begann, wie es ein Kellerduell versprach: kampfbetont, zerfahren und mit vielen Fouls. Heidenheim, angestachelt von Coach Frank Schmidt, der vor dem Spiel unmissverständlich „nur einen Sieg“ forderte, legte los wie die Feuerwehr. Bereits in der vierten Minute stockte den Augsburger Anhängern der Atem, als Cedric Zesiger den pfeilschnellen Sirlord Conteh als vermeintlich letzter Mann zu Fall brachte. Schiedsrichter Florian Welz zückte zur Überraschung vieler nur Gelb – ein erster glücklicher Moment für den FCA, der jedoch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kaum für spielerische Akzente sorgen konnte. Die Gastgeber blieben am Drücker, scheiterten aber mehrfach an der eigenen Chancenverwertung, während die Wagner-Elf über weite Strecken uninspiriert wirkte.
Wer dachte, die Halbzeitpause würde den Fuggerstädtern die nötige Energie verleihen, sah sich bitter getäuscht. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, explodierte das Stadion. In der 47. Minute war es Mikkel Kaufmann, der eine Hereingabe zur verdienten Führung für Heidenheim verwertete. Nur sieben Minuten später revanchierte sich Kaufmann, legte für Conteh auf, und es stand 2:0. Ein Doppelschlag, der die Ostalb beben ließ und den FCA in Schockstarre versetzte. Erst nach diesem Nackenschlag zeigten die Augsburger Lebenszeichen. Chancen durch Fabian Rieder weckten kurz Hoffnung, doch die Zeit rann unaufhaltsam davon. Der Anschlusstreffer durch Phillip Tietz in der achten Minute der Nachspielzeit war nicht mehr als Ergebniskosmetik.
Die vierte Niederlage in Folge ist besiegelt und lässt den FC Augsburg tief im Tabellenkeller verweilen. Während Heidenheim den ersten, erlösenden Saisonsieg feiert, dürfte die Luft für Trainer Sandro Wagner vor dem wichtigen Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg merklich dünner werden. Es bleibt die Erkenntnis, dass eine aufgeweckte Schlussphase nicht ausreicht, um 45 Minuten Tiefschlaf zu kompensieren.




