Aus Augsburger 2:0 wird Bremer 3:2: FCA gibt Sieg aus der Hand

Der FC Augsburg hatte im Weserstadion lange alle Trümpfe in der Hand. Nach einer 2:0-Führung bis in die Schlussphase verlor die Mannschaft von Manuel Baum am vierten Bundesliga-Spieltag jedoch noch mit 2:3 gegen Werder Bremen. Der entscheidende Treffer fiel in der dritten Minute der Nachspielzeit.
Fellhauer bringt den FCA in Führung
Im neuen dritten Trikot erwischte der FCA einen konzentrierten Start. Die erste brenzlige Szene gehörte allerdings den Gastgebern: Nach einem Bremer Freistoß von Chuki musste Finn Dahmen früh eingreifen. Der Augsburger Torhüter lenkte den Ball mithilfe des Pfostens aus der Gefahrenzone.
Danach entwickelte sich eine intensive Partie mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Augsburg verteidigte kompakt und wartete auf die Gelegenheit zum schnellen Umschalten. Diese bot sich in der 18. Minute: Fabian Rieder setzte Robin Fellhauer mit einem präzisen Pass hinter der Bremer Abwehr ein. Fellhauer blieb vor dem Tor ruhig und schob zur Augsburger Führung ein.
Werder erhöhte anschließend den Druck, fand gegen die gut organisierte Augsburger Defensive zunächst aber keine entscheidende Lücke. Füllkrug kam zweimal zu aussichtsreichen Abschlüssen, doch Dahmen war jeweils zur Stelle. So nahm der FCA die knappe Führung mit in die Halbzeitpause.
Brackelmann erhöht nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel drängte Bremen auf den Ausgleich. Manuel Baum reagierte früh und brachte mit Alexis Claude-Maurice, Keitel und Rodrigo Ribeiro gleich drei neue Spieler. Die Wechsel verliehen dem Augsburger Spiel sofort mehr Entlastung.
In der 58. Minute schlug der FCA erneut zu. Claude-Maurice brachte eine Ecke gefährlich vor das Bremer Tor, Calvin Brackelmann stieg am höchsten und köpfte den Ball zum 2:0 ins Netz. Für Brackelmann war es das erste Bundesliga-Tor. Augsburg hatte damit aus wenigen klaren Möglichkeiten maximal viel gemacht – und Bremen vor eine äußerst schwierige Aufgabe gestellt.
Werder dreht die Partie in der Schlussphase
Der Zwei-Tore-Rückstand brachte die Hausherren allerdings nicht aus dem Rhythmus. Marco Grüll verkürzte in der 66. Minute auf 1:2 und leitete damit eine wilde Schlussphase ein. Bremen blieb nun dauerhaft in der Augsburger Hälfte, während der FCA kaum noch längere Ballbesitzphasen zustande brachte.
Dahmen hielt seine Mannschaft zunächst weiter im Spiel. Mehrfach musste der Augsburger Schlussmann gegen Abschlüsse aus kurzer Distanz eingreifen. Gleichzeitig ergaben sich für den FCA Räume zum Kontern, doch der dritte Treffer wollte nicht fallen. Damit blieb Bremen im Spiel – und bekam kurz vor dem Ende die Belohnung für den wachsenden Druck.
In der 86. Minute traf Füllkrug aus der Distanz zum Ausgleich. Der FCA versuchte zwar, den Punkt über die Zeit zu retten, konnte die Bremer Angriffswelle aber nicht mehr nachhaltig stoppen. In der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte Mitchell Weiser schließlich den Siegtreffer zum 3:2.
Für Augsburg war es die erste Saisonniederlage – und eine besonders bittere. Der FCA hatte in Bremen vieles richtig gemacht: Die Defensive stand lange stabil, im Umschaltspiel war die Mannschaft gefährlich und bei Standards äußerst effizient. Nach dem 2:0 fehlte jedoch die nötige Kontrolle, um den Vorsprung gegen ein immer druckvolleres Werder zu verteidigen.
Aus Augsburger Sicht bleibt deshalb vor allem die verpasste Gelegenheit hängen. Ein Punkt wäre nach dieser Ausgangslage das Mindeste gewesen, drei Zähler lagen sogar lange in Reichweite. Stattdessen fuhr der FCA mit leeren Händen nach Hause – und muss sich fragen lassen, warum eine Partie, die eine Stunde lang nach Auswärtssieg aussah, noch aus der Hand gegeben wurde.





